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LV95 Bezugsrahmenwechsel

Was ist beim LV95 Bezugsrahmenwechsel zu beachten?

In Kürze

  • Ist nicht einfach ein Projektionswechsel, es ist eine Verzerrung des Koordinatensystems. LV03 und LV95 können nicht ohne Umrechnung gemischt werden - zumindest nicht im grossen Massstabsbereich (ab ca. 1:10'000)
  • Die Verzerrungen betragen je nach Landesgegend 1.5m und mehr (Poschiavo, Südtessin)

Wozu die ganze Übung?

Die aus der Landesvermessung von 1903 (LV03) stammenden und heute noch gültigen Koordinaten weisen zwischen Genf und dem Unterengadin systematische Verformungen von maximal 2-3m auf. Eine Umrechnung ist aus folgenden Gründen angebracht:

  • Vorteile der GNSS-Technologie (Global Navigation Satellite System) wie GPS vollumfänglich nutzen können, insbesondere auch mit den neuen Positionierungsdiensten (Galileo, Glonass, Beidou)
  • Datenaustausch mit den Nachbarländern
  • Datenintegration in globale Systeme

Was sind die Folgen?

Inbesondere bei der Publikation im Internet, wo Geodaten aus verschiedensten Quellen zusammengefasst werden, gilt es bei der Umstellung auf LV95 auf einiges zu achten. Insbesondere auf eins: bei Massstäben grösser als ca. 1:10.000 muss zwingend alles auf einmal umgestellt werden!

Beispiel:

  • Daten der Amtlichen Vermessung aus eigener Quelle, bereits auf LV95 umgestellt
  • Daten Abwasser aus eigener Quelle, bereits auf LV95 umgestellt
  • Daten Wasser, Quelle von Dritten, noch in LV03
  • WMS Luftbild des Kantons, noch in LV03

Fazit daraus: Wasser und Luftbild müssen in LV95 vorliegen oder on-the-fly umgerechnet werden, davor ist vor einer Umstellung abzusehen. Ausser man toleriert Verschiebungen von bis zu 2m, je nach Landesgegend (siehe zweite Abbildung oben).

Zumindest mit UMN MapServer könnte man die Daten on-the-fly umrechnen, ist aber insbesondere bei Rasterdaten (z.B. Luftbild) sehr rechenintesiv, was dann die Anwendung verlangsamen kann.

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